Simultandolmetschen: Verdolmetschung in Deutsche Gebärdensprache, andere nationale Gebärdensprachen und International Sign
Für taube Gebärdensprachdolmetschende ist eine Gebärdensprache die Erst- und Alltagssprache. Sie sind seit ihrer Kindheit eng mit der Gehörlosengemeinschaft vertraut und in deren Sprache und Kultur sozialisiert. Die meisten hörenden Gebärdensprachdolmetschenden hingegen sind lautsprachlich aufgewachsen und haben eine Gebärdensprache erst später als Fremdsprache erlernt.
Taube Gebärdensprachdolmetschende arbeiten in unterschiedlichen Settings. Dazu gehören Einsätze, bei denen zwischen verschiedenen Gebärdensprachen gedolmetscht wird, ebenso wie Settings, in denen zwischen einer Gebärdensprache und einer Lautsprache vermittelt wird. In diesen Fällen arbeiten sie häufig im Team mit hörenden Gebärdensprachdolmetschenden.
Ein typisches Beispiel sind Vorträge, bei denen hörende Dolmetschende aus der deutschen Lautsprache in die Deutsche Gebärdensprache (DGS) dolmetschen und taube Dolmetschende anschließend aus der DGS in eine andere nationale Gebärdensprache oder in International Sign weiterdolmetschen.
Häufig kommen taube Gebärdensprachdolmetschende auch in Kombination mit Schriftdolmetschenden zum Einsatz. Dabei übertragen Schriftdolmetschende das gesprochene Wort in Schriftsprache, während taube Dolmetschende den Text lesen und in die jeweilige Zielgebärdensprache dolmetschen.
Diese Form des Simultandolmetschens wird beispielsweise bei Kongressen, Tagungen oder internationalen Veranstaltungen eingesetzt. Je nach sprachlichen Anforderungen arbeiten taube Gebärdensprachdolmetschende dabei mit hörenden und/oder tauben Teammitgliedern zusammen.